Erkundungstunnel Paierdorf

Mit dem Bau des Erkundungstunnels Paierdorf hat unter kaufmännischer Federführung und technischer Co-Geschäftsführung der Firmengruppe Max Bögl der letzte Abschnitt der Sondiermaßnahmen für den Bau des insgesamt 32,8 km langen Koralmtunnels, dem Herzstück der neuen Hochleistungs-Eisenbahnstrecke zwischen Graz und Klagenfurt, begonnen.

Erkundungstunnel Paierdorf

 

Ausgehend von dem 120m tiefen Erkundungsschacht Paierdorf und einem 55m langen Zugangsstollen führt der Tunnel ca. 4.100m nach Osten unter die Koralpe und ca. 610m nach Westen, wo er mit dem Erkundungstunnel Mitterpichling zusammen trifft. Herzustellen waren der Kalottenquerschnitt des zukünftigen Koralmtunnels mit 41-60m2 Ausbruchsquerschnitt, 2 Aufweitungen auf das Vollprofil, ein als Instrumentierungsstollen dienender Querschlag in den Bereich der 2. Röhre des Haupttunnels sowie der Zugangstunnel mit anschließender Pumpenkaverne inklusive maschinentechnischer Ausstattung auf eine Förderleistung von 480 l/sek bei 12bar Druckhöhe.

 

ekt paierdorf 02 tunnelbau boegl

 

Der Erkundungstunnel Paierdorf dient der geotechnischen Planung und Ausschreibung des zukünftigen Basistunnels und wird daher ausschließlich mit einer bis zu 50cm starken Spritzbetonaußenschale versehen. Sowohl Ost- als auch Westvortrieb wurden nach den Richtlinien der „Neuen österreichischen Tunnelbauweise“ aufgefahren, wobei in geologischer Sicht zwei grundverschiedene Bereiche zu durchörtern waren: Der Westvortrieb sowie die ersten 950m des Ostvortriebes wurden in geologischen Sedimenten, bestehend aus wassergesättigten Sanden, Schluffen, Schluff-, Ton- und Sandsteinen aufgefahren. Der restliche Bereich des Ostvortriebes wurde dagegen im so genannten Koralmkristallin, bestehend aus Glimmerschiefern, Gneisen, Marmorfolgen sowie Amphiboliten aufgefahren.

Im Neogen erfolgte der Vortrieb als reiner Baggervortrieb, während im Kristallin der Fels im Bagger- und Sprengvortrieb gelöst wurde. Das Tunnelausbruchmaterial war bis zum Durchschlag zum Erkundungstunnel Mitterpichling durch den 120m tiefen Schacht mittels Portalkran mit Schutterkübel zu fördern und Obertage auf die Enddeponie in Mitterpichling zu verfahren. Im Geogenbereich waren als Voraussicherung insgesamt 26.500m Rohrschirme einzubauen. Als weitere Sicherungsmittel kamen 85.000m3 bewehrter Spritzbeton, 200.000m Systemankerung aus Injektionsbohrankern bzw. Reibrohrankern, 195.000m Spieße, Ortsbrustanker und 35.000m Gitterbögen zum Einsatz. Zur Vorauserkundung und systematischen Vorausentwässerung wurden im Geogen 6.300m überlappende bis zu 42m lange Bohrungen abgeteuft und teilweise mit Vakuum beaufschlagt. Im Kristallin wurden zur Vorauserkundung systematisch 240m lange Erkundungsbohrungen (4.200m) abgeteuft.

Zur Vermeidung einer Überbelastung der Spritzbetonschale auf Grund druckhaften Gebirges kamen bei Gebirgsüberlagerungen bis zu 600m bereichsweise auch Stauchelemente zum Einsatz. Die Fertigstellung des Erkundungstunnels Paierdorf erfolgte im September 2010.

Daten und Fakten

Lage: Paierdorf, Österreich

Bauherr: ÖBB-Infrastruktur AG

Planer: Geoconsult ZT GmbH

Ausführung: Max Bögl GmbH & Co. KG in ARGE, KGF + Co. TGF

Nutzung: Erkundungstunnel

Länge: 4.771 m

Querschnitt: 41- 60 m² (85 m²)

Bauzeit: 07/2005 - 09/2010

Rohbaukosten: 53 Mio € netto

Inbetriebnahme: 2017

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