Finnetunnel

Der Finnetunnel ist Teil des Schienenverkehrsprojektes Deutsche Einheit Nr. 8.2, der Neubaustrecke Erfurt – Leipzig/Halle.

Finnetunnel

 

Mit einer bergmännisch hergestellten Länge von 2 * 6,9 km ist der Finnetunnel das längste Tunnelbauwerk auf dem insgesamt 123 km langen Gesamtabschnitt. Der Bauauftrag Finnetunnel wurde 2006 von der DB Netz AG an die Bietergemeinschaft vergeben.

 

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Der Finnetunnel besteht aus zwei parallelen eingleisigen Tunnelröhren mit einem variablen Achsabstand von ca. 20m bis 25m und einem lichten Innendurchmesser von 9,60m. Der Vortrieb erfolgt von der westlichen Startbaugrube aus mit Hilfe zweier Tunnelvortriebsmaschinen. Zur Umsetzung des Rettungskonzeptes werden die beiden Tunnelröhren durch insgesamt 16 Querschläge mit einem Abstand von maximal 500m verbunden. An den beiden Portalen werden die Tunnel auf jeweils 37,5 bzw. 26,5 m Länge in offener Bauweise erstellt.

 

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Der Finnetunnel durchquert auf seiner ganzen Länge den Höhenzug der Finne und damit Gesteinsformationen des Trias. Im westlichen Anfangsbereich durchörtert der Tunnel eine tektonische Großstörung, die so genannte Finnestörung. Ansonsten verläuft der überwiegende Teil des Tunnel in Schichten des Mittleren Buntsandsteins, der sich hauptsächlich aus Wechsellagerungen von Sand- und Tonstein mit jeweils unterschiedlichen Anteilen zusammensetzt.

Dabei liegt das Bauwerk bis zu 40 Meter unter dem Grundwasserspiegel. Da auf den ersten 1550m keine Grundwasserabsenkung möglich ist und teilweise sehr schlechte Gebirgsverhältnisse vorherrschen, wird dieser Bereich im Hydromodus mit flüssigkeitsgestützter Ortsbrust aufgefahren. Nachfolgend ist aufgrund der Gebirgsverhältnisse und der vorrauseilenden Grundwasserabsenkung eine Stützung der Ortsbrust nicht mehr erforderlich, so dass die folgenden 5350m nach Umbau der Tunnelvortriebsmaschinen im Hartgesteinsmodus mit Bandförderung aufgefahren werden können. Für die bauzeitliche Wasserhaltung werden ca. 180 Brunnen bis zu 80m tief paarweise im Abstand von 50m jeweils rechts und links der Tunneltrasse angeordnet.

 

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Der Ausbau der beiden Tunnelröhren erfolgt druckwasserdicht in einschaliger Bauweise mit einer bewehrten 45cm starken Tübbingschale. Die ca. 48.000 Tübbinge mit einer Breite von 2m und einem Gewicht von je ca. 12t werden in einer Feldfabrik vor Ort hergestellt. Im Nachgang zum Tunnelvortrieb mit parallelem Tübbingeinbau erfolgt die Herstellung der Querschläge in bergmännischer Bauweise (NÖT) und der Innenausbau (Kabelkanal, Randwege, Sohlauffüllung). Die Neubaustrecke Erfurt – Leipzig/Halle ist durchgehend für eine Geschwindigkeit von 300 km/h ausgelegt und dient sowohl dem Personen- als auch dem schnellen Güterverkehr.

Daten und Fakten

Lage: Herrengosserstedt / Thüringen

Bauherr: DB Netz AG

Planer: Wayss & Freytag AG

Ausführung: Max Bögl GmbH & Co. KG in Arge, Co-TGF

Nutzung: 2 Eisenbahntunnel 1-gleisig

Länge: 6.886 m

Querschnitt: 93 m² (TVM)

Bauzeit: 12/2006 - 12/2011

Rohbaukosten: 246,9 Mio € netto

Inbetriebnahme: 2016

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