Route du Nord - Tunnel Grouft

In einer Gesamtbauzeit von 4,5 Jahren erstellt die Firmengruppe Max Bögl als kaufmännischer Federführer den mit einer Gesamtlänge von 2.966m längsten Straßentunnel Luxemburgs.

Route du Nord - Tunnel Grouft

 

Der 2-röhrige Tunnel Grouft liegt auf der Nordautobahn zwischen Luxemburg Stadt und Mersch und führt mit 4,5 % Steigung vom Tal der Alzette auf das Plateau Haeschtreferbierg. Der Querschnitt der bergauf führenden Röhre ist dabei für drei Fahrspuren ausgelegt, die zweite Richtungsröhre dagegen für nur zwei Fahrspuren.

 

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Die im Abstand von ca. 40m annähernd parallel zueinander liegenden Tunnelröhren werden durch vier befahrbare und sechs begehbare Querstollen miteinander verbunden. Ein 70m langer Rettungsstollen mit Lüfterkaverne führt von der Tunnelmitte aus nach Obertage. Neben dem Tunnelrohbau zählen ebenso die Erd- und Straßenbauarbeiten, zwei Betriebsgebäude sowie ein 455m langer Entwässerungsstollen DN 1600, der im Fels mittels Rohrvortrieb und Vollschittmaschine erstellt wird, zum Bauleistungsumfang.

 

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Die Tunnelröhren werden bei einer Überdeckung von 3-80m auf ihrer gesamten Länge in der bergmännischen Bauweise nach den Richtlinien der „Neuen österreichischen Tunnelbauweise“ erstellt. Die Vortriebe erfolgen zeitgleich von 2 Seiten aus, zu Spitzenzeiten werden mit der Herstellung des Rettungsstollens gleichzeitig 5 Vortriebe aufgefahren.

 

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Geologisch durchörtern die Tunnelröhren die in Luxemburg üblichen Sandsteinformationen sowie mit den Schichten des Unteren Lias, des Rhät und des Mittleren Keupers auch Mergel, Tonschiefer und gipshaltige Bereiche. Als Vortriebsmethode kommen daher sowohl ein Baggervortrieb als auch ein Sprengvortrieb zum Einsatz. Der Ausbruch erfolgt unterteilt in Kalotte, Strosse und Sohle, als Stützmittel dienen stahlfaserarmierter bzw. mit Baustahlmatten bewehrter Spritzbeton, HEB-Tunnelbögen, Gitterbögen und eine Systemankerung aus SN-, IBO- bzw. Reibrohrankern.

 

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Die Tunnelröhren erhalten größtenteils ein hufeisenförmiges Profil mit einer Regenschirmabdichtung aus PE-Folien und einer Ortbetoninnenschale aus B35, nur in Bereichen mit möglichem Quelldruck wird vorab ein Sohlgewölbe aus bewehrtem Spritzbeton und eine umlaufende, Druckwasser haltende Folienabdichtung eingebaut.

Daten und Fakten

Lage: Lorentzweiler, Luxemburg

Bauherr: Administration des Ponts et Chaussées

Planer: Müller Hereth

Ausführung: Max Bögl GmbH & Co. KG in ARGE, KGF

Nutzung: Autobahntunnel

Länge: 2 x 2.966 m

Querschnitt: 70 - 164 m²

Bauzeit: 02/2005 - 08/2009

Rohbaukosten: 148,7 Mio € netto

Inbetriebnahme: 2009

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