Tunnel Ittenbach

Die Neubaustrecke Köln-Rhein/Main ist eines der wichtigsten Einzelprojekte im deutschen und europäischen Hochgeschwindigkeitsverkehr. Der 135 km lange Abschnitt zwischen Siegburg im Norden und der Mainquerung bei Frankfurt im Süden gliedert sich in die 3 Baulose A, B und C.

Tunnel Ittenbach

 

Die Bauaufträge wurden funktional ausgeschrieben und vergeben. Der Tunnel Ittenbach liegt im nördlichsten Baulos A und hat eine Länge von 1145 m, von denen 756 m in bergmännischer und 389 m in offener Bauweise erstellt wurden. Die max. Überdeckung beträgt ca. 35 m. Das Tunnelrettungskonzept erforderte außerdem den Bau eines Querstollens mit Notausstiegsschacht.

Der Tunnel durchörtert das rheinische Schiefergebirge, das überwiegend aus devonischem Sedimentgestein aufgebaut ist und bereichsweise von tertiären bzw. quartären Lockersedimenten und Gesteinen vulkanischen Ursprungs überlagert wird. Die devonischen Gesteine bestehen aus einer Wechselfolge von Schluff- und Tonsteinen, in die unregelmäßig in wechselnden Anteilen Grauwacken und Sandsteine eingeschaltet sind. Der Tunnel unterquert Kreis- und Gemeindestrassen, einen Teil des gleichnamigen Ortsteils Ittenbach und die zwischen Köln und Frankfurt verlaufenden Hauptleitungen der Erdgas- und Ethylenversorgung.

 

tunnel ittenbach 02 tunnelbau boegl

 

Der Vortrieb erfolgte nach den Richtlinien der „Neuen Österreichischen Tunnelbauweise“. Das Ausbruchsprofil wurde dabei in Kalotte, Strosse und Sohle unterteilt. Das anstehende Gestein war überwiegend mechanisch mit einem Tunnelbagger zu lösen, nur bereichsweise mussten Lockerungssprengungen durchgeführt werden. Die ungünstigen geologischen Verhältnisse im nördlichen Teil des Tunnels erforderten dort neben dem Einbau einer temporären Kalottensohle bis zu 15 m lange Ortsbrustanker und die Ausführung eines Rohrschirmes auf 50 m Länge.

Die offene Bauweise wurde im Schutze einer mit Spritzbeton und Erdnägeln bzw. Verpressankern gesicherten, geböschten Baugrube hergestellt. Um ein dauerhaftes Absinken des Grundwasserspiegels zu vermeiden, wurde der Tunnel druckwasserdicht ausgebaut. Der bergmännische Teil des Tunnels erhielt aufgrund einer Wasserdruckhöhe > 30 m eine einlagige Kunststoffabdichtung kombiniert mit einer wasserundurchlässigen Stahlbetoninnenschale mit einer Stärke von 35 bis max. 60 cm bei einer Blocklänge von 12,50 m.

Die offene Bauweise wurde hingegen ohne Abdichtung ausschließlich mit einer wasserundurchlässigen Innenschale der Stärke 60 cm und einer Blocklänge von 10,00 m ausgeführt. Die Neubaustrecke Köln-Rhein/Main ist mit einer Festen Fahrbahn für eine Geschwindigkeit von 300 km/h konzipiert und seit dem Jahr 2002 in Betrieb.

 

Daten und Fakten

Lage: Siegburg/Nordrhein Westf.

Bauherr: DBBauProjekt

Planer: Lahmeyer International

Ausführung: Max Bögl GmbH & Co. KG, in Arge, TGF

Nutzung: Eisenbahntunnel 2-gleisig

Länge: 1.145 m

Querschnitt: 150 m²

Bauzeit: 02/1999 - 12/2001

Rohbaukosten: 36,0 Mio €

Inbetriebnahme: 2002

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