U-Bahn-Linie 3, Nord - Baulos 1, München

Im Rahmen der Verlängerung der U-Bahn-Linie 3 in Richtung Westen bis zum S-Bahnhof Moosach wurde das Baulos 3 Nord-1 unter kaufmännischer Federführung der Max Bögl Bauunternehmung errichtet. Das ca. 1.955 m lange Teilstück liegt zwischen dem U-Bahnhof Olympia-Einkaufszentrum und der bestehenden Abstellanlage des Bahnhofs Olympiazentrum. Es beinhaltete die Herstellung von insgesamt 2.680 m ein- bzw. dreigleisigen Tunnelröhren in bergmännischer Bauweise sowie eines 350 m langen Bahnhofsbauwerkes in Schlitzwand-Deckel-Bauweise.

U-Bahn-Linie 3, Nord - Baulos 1, München

 

Die Streckentunnel wurden von zwei in offener Bauweise erstellten, ca. 25m tiefen Startschächten sowie vom Bahnhofsbauwerk aus aufgefahren. Die Ausbruchsfläche der ellipsen-förmigen, 2 x 1.025 m langen eingleisigen Tunnelröhren betrug 41 m², der 450 m lange 3-gleisige Tunnelbereich hatte eine Ausbruchsfläche von 140 m².

 

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Im Bereich des Bauloses standen zuerst quartäre Schichten als unterschiedlich mächtige Auffüllungen und eiszeitliche Niederterrassen- und Hochterrassenschotter an. Stellenweise traten Rollkieslagen und Lehmlagen auf. Die darunter liegende jungtertiäre Schichtabfolge begann mit schluffig-tonigen Mergelschichten oder Sand-/Tonsedimenten. In den anstehenden Tonmergeln waren örtlich Grundwasser führende Sandlagen eingelagert.

 

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Die Tunnelröhren liegen voll bzw. teilweise im Grundwasser, weshalb im gesamten Baulos umfangreiche Wasserhaltungs-maßnahmen notwendig waren. Teilweise wurden die Vortriebe im Schutze eines dichten Troges aus Schlitz-, Bohrpfahl- oder HDI-Dichtwänden aufgefahren, auf insgesamt 2 x 400 m Länge kam ein Druckluftvortrieb zum Einsatz.

 

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Zur Reduzierung der Bauzeit wurden die bergmännischen Abschnitte gleichzeitig von insgesamt 6 Startpunkten aus aufgefahren. Nach den Richtlinien der „Neuen Österreichischen Tunnelbauweise“ erfolgten die Ausbrucharbeiten mit einer vorauseilenden Sicherung durch Vorpfänddielen konventionell mittels Tunnelbagger. Der Ausbruch erfolgte im Vollausbruch mit kurz voreilender Kalotte. Unmittelbar nach dem Ausbruch wurde das freigelegte Gebirge durch Baustahlgitter, Spritzbeton und Gitterbögen gesichert.

 

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Im Anschluss an die Vortriebsarbeiten wurden die Tunnelröhren durch eine wasserundurchlässige Ortbetoninnenschale aus B 35 ausgekleidet. In emissionsempfindlichen Bereichen des Streckenabschnittes wurden elastomergelagerte Gleiströge eingebaut. Die Inbetriebnahme erfolgte im Jahr 2007.

 

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Daten und Fakten

Lage: München, Bayern

Bauherr: Landeshauptstadt München

Planer: Köhler und Seitz, Zübling AG

Ausführung: Max Bögl GmbH & Co. KG in Arge, KGF

Nutzung: U-Bahn Tunnel, 1- und 3-gleisig

Länge: 1.955 m

Querschnitt: 41 - 140 m²

Bauzeit: 06/2001 - 06/2006

Rohbaukosten: 90 Mio €

Inbetriebnahme: 2007

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