Unterfahrung Kaufhof an der Kö

Für die Herstellung des Bahnhofsbauwerkes Heinrich – Heine – Allee wird im Sondervorschlag der ausführenden Arge, bestehend aus der Max Bögl Bauunternehmung GmbH & Co. KG und der Wayss & Freytag Ingenieurbau AG, eine rein bergmännische Bauweise im Schutze eines Vereisungskörpers ausgeführt.

Unterfahrung Kaufhof an der Kö

 

Zunächst werden die Schlitzwände (ca. 6.500m3 Beton) der Start- und Zielbaugrube sowie die DSV-Sohle der Startbaugrube erstellt, anschließend beide Deckel. Der Aushub der Baugruben erfolgt dann unter den Deckeln. In der Zielbaugrube wird eine Ecke des Kaufhofs mit einem Rohrschirm und einem DSV-Körper unterfangen, die Abdichtung in diesem Bereich erfolgt über eine lokale Vereisung.

 

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Die Startbaugrube wird in 5 Ebenen horizontal ausgesteift und mit Ankern gesichert. Von den verschiedenen Aushubniveaus aus werden die horizontalen Vereisungsbohrungen sowie Kompensations-Injektionsbohrungen in Richtung Zielschacht ausgeführt. Diese Bohrungen mit Einzellängen bis zu 75m und einem Radius im Grundriss von 350m werden mit hohen Anforderungen an die Lagegenauigkeit hergestellt. Die Steuerung der Bohrungen erfolgt mittels hochpräziser Kreiselkompasstechnik. Zur Kontrolle werden die Ist-Lagen der Gefrierrohrbohrungen in ein 3D-Modell eingepflegt, um eine hohe Sicherheit in Bezug auf die Geometrie zu erreichen.

 

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Nach Installation der Vereisungseinrichtung wird ein statisch tragfähiger und den Ausbruchquerschnitt wasserdicht umschließender Frostkörper mit einer Dicke von 2,50m hergestellt. Mit Hilfe der über 500 Temperaturfühler und Messrhythmen von wenigen Minuten wird eine zuverlässige Aussage zur Dichtigkeit und Ausdehnung des Frostkörpers geschaffen.

Der Ausbruchsquerschnitt befindet sich maßgeblich in quartären Sanden und Kiesen. Der Abstand zur über dem Bahnhof liegenden Bebauung (Kaufhof) beträgt teilweise nur 2,50m. Der bergmännische Vortrieb unter dem Kaufhof erfolgt zunächst für den Mittelstollen (ca. 9.300m3 Ausbruch) mit einer 30cm starken Spritzbetonaußenschale zur Sicherung. Nach erfolgtem Einbau der Innenschale aus WU-Beton C30/37 im Mittelbereich werden anschließend die Seitenbereiche (ca. 11.200m3 Ausbruch) aufgefahren und dort ebenfalls die Innenschale hergestellt. Insgesamt werden für die Innenschale des Vortriebbereichs ca. 10.000 m³ Beton eingebaut.

 

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Die Sicherheit hat innerstädtisch einen besonders hohen Stellenwert. Zur besseren Überwachung eventueller Setzungen wurde zusätzlich zu den Verformungsmessungen im Tunnel vorab im Untergeschoss des Kaufhofs ein Präzisions-Höhenkontrollsystem (Schlauchwaagen) mit 152 Einzelsensoren installiert. Prismen an den Außenfassaden des Kaufhofs zur Theodor-Körner-Straße und zur Königsallee vervollständigen die messtechnische nivellitische Überwachung der Bauaktivitäten mittels Tachymeter. Eine Online-Anbindung informiert über die kleinsten Änderungen und meldet auch hier automatisch Grenzwert-Überschreitungen, so dass direkt reagiert werden kann. Parallel zu Vortrieb und Innenschale wird der Zielschacht ausgebaut, anschließend der Startschacht und die Ausgänge.

Daten und Fakten

Lage: Düsseldorf

Bauherr: Landeshauptstadt Düsseldorf

Planer: Ing.-Büro Vössing GmbH

Ausführung: Max Bögl GmbH & Co. KG in ARGE, TGF

Nutzung: U-Bahnhof

Länge: 122,9 m

Querschnitt: 260 - 305 m²

Bauzeit: 11/2007 - 06/2015

Rohbaukosten: 71,1 Mio € netto

Inbetriebnahme: 2015

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