Ausbau des Abwassernetzes in Muri

26.07.2019

Das Kanalisationssystem der Gemeinde Muri im schweizerischen Kanton Bern ist den heute anfallen-den Abwassermengen nicht mehr gewachsen. Mit zusätzlichen Leitungen und einem Wirbelfallschacht soll das Abwassernetz für die Zukunft fit gemacht werden. Zum Einsatz kommt modernste Microtunneling-Technik von Max Bögl.

Ausbau des Abwassernetzes in Muri

 

Rückstaugefahr von Mischwasser bei starken Regenfällen, erschwerte Wartungsarbeiten auf privatem Grund und die Ausspülung von Feststoffen in den Fluss Aare: Um die durch das alte Kanalisationsnetz entstandenen Probleme zu lösen, soll dessen Ausbau eine saubere, funktionierende Abwasserentsorgung ermöglichen und zugleich den Wohnkomfort und die Lebensqualität der Anwohner sicherstellen. Verantwortlich für den Ausbau im Wohngebiet Mettlen und im Aareraum Bodenacker zwischen Januar 2018 und Ende 2019 sind die Vortriebsspezialisten von Max Bögl in ARGE mit Meier+Jäggi und Kästli.

 

Grabenlose Rohrverlegung

Um die Anwohner während der zweijährigen Bauzeit so weit wie möglich zu entlasten, entschied man sich mit dem Microtunneling für eine Bauvariante, die in Bezug auf Hydraulik, Bautechnik und Wirtschaftlichkeit überzeugt. Das ferngesteuerte Rohrvortriebsverfahren zur grabenlosen Verlegung von Abwasserrohren kommt ohne Oberflächeneingriff aus und lässt Verkehr und Fußgänger nahezu ungehindert passieren. Ein weiterer Vorteil liegt darin, dass Bohrung und Rohrverlegung zeitgleich erfolgen. Während der gelöste Boden zerkleinert und über Tage transportiert wird, schiebt sich die Vortriebsmaschine mit dem Rohrstrang durch eine im Startschacht installierte Pressstation zielgenau per Kreiselkompass oder Laser durch den Untergrund. Beim Durchstich am Zielort ist die neue Leitung fertig verlegt.

 


Foto: Firmengruppe Max Bögl

 

Hauptbauwerk Wirbelfallschacht

Der erste Bauabschnitt mit 310 m Länge wurde bereits erfolgreich abgeschlossen, die zweite Leitung befindet sich derzeit im Bau. Sie wird nach Fertigstellung den Wirbelfallschacht mit den Entlastungsbauwerken auf der unteren Ebene der Aare verbinden. Startpunkt für die Vortriebsarbeiten ist ein 22 m tiefer Schacht in der Pourtalèsstrasse. Geschützt von einer überschnittenen Bohrpfahlwand bildet er die Basis für den Wirbelfallschacht und ist Dreh- und Angelpunkt der neuen Leitungen, über die das Wasser zum Bodenacker gelangt. Durch die spiralförmige Verwirbelung im Schacht wird dem Wasser aufgrund der Höhendifferenz die Bewegungsenergie entzogen und damit die Lebensdauer des Bauwerks erhöht.

 


Foto: Firmengruppe Max Bögl

 

Akribische Vorarbeiten

Ergänzend zu den komplexen Bauverfahren wurde nicht nur mit Blick auf die Anwohner intensive Vorarbeit geleistet. Im Sinne der Arbeitssicherheit investierte die ARGE Mikrotunnel Muri auch viel Zeit in Notfallszenarien. Im Tunnelbau gelten hohe Sicherheitsanforderungen. Mit Feuerwehr, Polizei und Sanitätern wurden deshalb in einer groß angelegten Rettungsübung die Bergungsmöglichkeiten aus Startschacht und Leitungssträngen geprobt und optimiert. Für zusätzliche Sicherheit sorgt die Heilige Barbara, die Schutzpatronin der Tunnelbauer. Sie wacht seit den Schildtaufen der beiden Vortriebsmaschinen „Lisa“ und „Ole“ am Tunnelportal über die Bauarbeiter.

 

Projektdaten

Microtunneling: DN 1200: 310 m, DN 1600: 145 m

Startschacht: Aushub Bohrpfähle + Startschacht: ca. 4.500 m³, Beton Bohrpfähle: 1.500 m³, 52 Stück (Länge: 24 m)

Gesamtaushub: ca. 12.000 m³

Betonbauwerke: Ortbetonbauwerke: 7 Stück, Wirbelfallschacht: Höhe ca. 22 m, Entlastungskanal aus Betonfertigteilen: 100 m, Gesamtmenge Beton: ca. 2.500 m³

 

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